Kiss

Modell, Scaletta

Messingmodell der Ge 6/6 I 414


Erfahrungen
/ Bilder


Chronologie

Aktuellste Nachricht
11.7.14: Ich hole die Lok bei meinem Händler ab.
Das Modell ist unglaublich präzis und detailliert gefertigt. Lötstellen sind so robust, dass man es wagen kann, verbogene Details mit einer Zange vorsichtig zurecht zu biegen.
Als Tribut an die Kurvengängigkeit sind hässlich abstehende Aufstiegstreppen montiert. Leider scheren die Drehgestelle auch bei Mindestradius R3 so stark aus, dass die Befestigungsausleger der Aufstiege nur um wenige Millimeter gekürzt werden können. Auch die Kurbelzapfen können gekürzt werden. Achtung: Gewinde M2 evtl. nachbohren und -schneiden.
Schon nach wenigen Probefahrten zeigt sich, dass die Lok die Digitalsteuerung massiv stört. Man verliert zeitweise die Kontrolle über andere Loks und das Krokodil selbst. Weichenstrassen werden unzuverlässig geschaltet.
Hier beginnt eine aufwändige Suche nach den Ursachen und eine teure Sanierung.
23.7.14: Der Reigen startet mit einer Anfrage im Cadosch-Forum und führt am 8. August zu einer Probefahrt auf der Anlage von A. Cadosch (Productmanager Kiss (Schweiz)). Die Störungen können zu wenig eindeutig nachvollzogen werden. Auch spätere Versuche von Kiss und ESU führen offenbar zu keinen klaren Ergebnissen. Die wahrscheinlichste Diagnose lautet Kontaktprobleme im Bereich der Schienen (vgl. 8.9.14). Dem entgegen steht, dass alle andern Lokomotiven absolut keine Störungen verursachen. Zudem wäre es sehr aufwändig, sämtliche 100 Schienenstösse nachträglich zu verlöten (100 Schienenstösse = 400 Lötstellen).
Auch die Zeitschrift Gartenbahnprofi streift das Thema bei der Besprechung des Modells, ohne jedoch genauer auf die Ursachen einzugehen.
5.8.14: Anfrage im ESU-Forum: Hier kann die Aussage von "dirk71" vom 15.8. als Fazit gelten: "Es ist nicht der Decoder Schuld, entweder ist die Stromabnahme der Lok unter aller 'Sau' oder der Motor stört, ... . Wobei ich eher auf den Motor tippe!" Dagegen ist zu sagen, dass die Stromabnahme der Lok sehr gut ist, denn die Räder bleiben auch bei verschmutzten Schienen relativ lange sauber. Die Qualität der Motoren kann ich nicht beurteilen. Ich kann sie leider auch nicht selber gegen andere tauschen. Es würde mich jedoch schon interessieren, wie andere Motoren mit dem ESU-Decoder zusammenarbeiten.
6.8.14: Mein Mail an Kiss in Deutschland wird nie beantwortet.
11.8.14: Nach meiner Anfrage im Massoth-Forum schreibt die Firma per Mail: "Habe mich am Wochenende ... mit einigen Leuten unterhalten. Der ESU-Dekoder scheint wohl im Krokodil ein größeres Problem zu sein. Mittlerweile weiß ich von einem ZIMO-Fahrer und einem Lenz-Fahrer, dass sie das gleiche Problem wie du haben. Auf ungereinigten Gleisen produziert das Teil auch bei diesen Zentralen heftige Störungen und Probleme. Nach Umrüstung auf einen Zimo- oder Massoth-Dekoder fährt das Teil fehlerfrei. Erst nach intensiver Reinigung der Schienen ist der ESU-Dekoder vernünftig fahrbar. Vermutet wird, dass der serienmäßige Puffer bei ESU zu hohe Stromspitzen produziert."
8.9.14: Fazit von Andreas Cadosch im Forum: "Die KISS Ge 6/6 mit ESU V4.0 XL wurde unter allen gängigen Systemen getestet und funktionierte. Die aufgetauchten Probleme sind nicht jederzeit reproduzierbar, sie scheinen eher 'geographisch' begrenzt aufzutauchen. Auch die Aussage im GBP lässt keinen absoluten und eindeutigen Grund für die Probleme oder (Ansatz) für deren Lösung erkennen."
18.9.14: Ich tausche den ESU LokSound XL V4.0 gegen einen MX695LV von ZIMO. So einfach wie gedacht, ist der Umbau doch nicht. Der Decoder passt nur mit Zwischenstücken auf die vorhandene ESU Basisplatine. Sound und Lichtsteuerung funktionieren nicht wie gewünscht.
13.10.14: Ich bringe meine C-C zu Heinz Däppen. Er nimmt sich zwei Stunden Zeit, Sound, Lichtsteuerung und Fahreigenschaften des Decoders an das Kiss-Modell anzupassen. Das angepasste Sound-File steht nun auf der Homepage von Heinz Däppen zum Download zur Verfügung.
25.12.14:
Wegen Obst-, Laubfall und kühlen Temperaturen erhielt die 414 in den letzten Monaten seltener Auslauf. Einer neuen Auffälligkeit des ZIMO-Decoders werde ich bei Gelegenheit nachgehen: Der Decoder gleicht die Last in starken Steigungen schon mit leichteren Zügen bei weitem nicht vollständig aus. Der Kurbelsound behält seinen Takt bei, während der Zug ab ca. Fahrstufe 22/28 langsamer wird. Zum Vergleich: Andere Loks gleichen die Last auf meiner Anlage erfahrungsgemäss problemlos bis Fahrstufe 26/28 aus.
15.3.15: Seit heute ist die Lok mit einem gravierenden Getriebeschaden abgestellt. Vgl. Bilder. Kiss wurde informiert und wird sich eine dauerhafte Lösung überlegen müssen.
4.4.15: Das Krokodil ist seit gestern unterwegs zum Hersteller in Deutschland.
Meine Spekulation: Der Umstand, dass sich die Zahnräder nur in einer Fahrtrichtung abnützen, weist darauf hin, dass die Getriebeschnecke und das betroffene Zahnrad in einer Fahrtrichtung ungünstig ineinander greifen.
13.4.15: Die Lok ist bei Kiss eingetroffen. Von nun an heisst es warten - warten - warten. Ersatzteile muss man ggf. in China herstellen lassen.
6.8.15: Das Krokodil ist zurück. Es hat neue Ritzel aus einer Legierung* erhalten, die zäher sei und bessere Gleiteigenschaften mit andern Zahnrädern habe. Die Lok muss nun im Fahrbetrieb belastet werden. Danach wird man sehen, ob die richtige Massnahme getroffen wurde. An der Schnecke bzw. an der Lagerung der Schnecke wurde nichts verändert.
* "Rotkupfer". Rotguss ist laut Wikipedia eine Bronze-Legierung mit 10 - 20 % Zinn-, Zink- und Bleianteil. Das Metall werde u.a. für Gleitlager und Schneckenräder verwendet und habe gute Gleiteigenschaften.
26.8.15: Die Lok war in den letzten drei Wochen häufig mit mittelschweren, leichten Zügen oder allein in Betrieb. Der Zustand der Ritzel hat sich kaum verschlechtert (vgl. Bildlegenden unten).
Unten nicht erwähnt ist, dass sich das Getriebe II sehr viel langsamer in Bewegung setzt als die Seite I. Ein Zusammenhang mit der Getriebeabnützung ist nicht offensichtlich. Denkbar wäre, dass das leichter drehende Getriebe I die geringere Antriebsleistung der andern Seite kompensieren muss und sich deshalb schneller abnützt. Anderseits müsste bei Kiss die unterschiedliche Drehfreudigkeit schon beim ersten Testbetrieb auf dem Rollenprüfstand aufgefallen sein. Offenbar wurde dies aber als unerheblich eingestuft.
29.8.15: Zur Kontrolle habe ich die Motoren vertauscht. Fazit: Auf die Drehfreudigkeit der Getriebe hat dies keinen Einfluss. Damit dürfte geklärt sein, dass die Motoren nichts zur Abnützung des Getriebes beitragen.
Den Zustand der Schnecken kann man erst nach Ausbau der Antriebsachsen untersuchen. Das ist mir mit meinen Mitteln nicht möglich. Ich gehe davon aus, dass Kiss beim Tausch der Achsen einen prüfenden Blick drauf geworfen und keine Mängel gefunden hat.
1.11.15: Bei der heutigen Inspektion kann ich am Zahnrad Seite II keinen oder kaum Messingabrieb feststellen. Auf Seite I bleiben kleine Metallspäne am Putzlappen hängen, wobei Späne nicht nur zwischen den Zähnen zu finden sind, sondern eigenartigerweise v.a. auch auf beiden Seitenflächen des Zahnrads. (Bilder vgl. unten.)
Ein weiterer Beobachtungspunkt: Das Krokodil müht sich bergauf sichtbar ab, dies im Vergleich zu einer LGB-Lok, die auch mit dem längsten Zug jede Steigung mit konstanter Geschwindigkeit meistert.
Meine Rundstrecke von knapp 40 m weist nun mal auf ca. 5 Metern eine starke Steigung auf, was die C-C nicht mag. In Alleinfahrt merkt man kaum etwas, aber schon mit einem leichteren Zug muss der Decoder hart arbeiten, um die Geschwindigkeit einigermassen halten zu können. Die Lok hat ein stattliches Eigengewicht, und erst recht mit einem Zug wird das Getriebe stark belastet, so meine Schlussfolgerung.
Da muss für mich die Beobachtung von "hesch" im Cadosch-Forum kein Wiederspruch sein: "... habe ich mein Kroko einem 100-Std.-Dauerlauf auf dem Rollenprüfstand unterzogen und anschließend die Getriebe inspiziert, keine wesentliche Abnutzung." Auf dem Rollenprüfstand ist die Getriebebelastung bestimmt viel geringer. Da schnurrt auch meine C-C wie ein Kätzchen, ausser der am 26.8. beschriebenen Tatsache, dass die beiden Getriebe stark unterschiedlich schnell laufen.
Nun, Kiss hat extra für meine Lok in China neue Antriebsachsen herstellen lassen und ist auch weiterhin bereit, sich dem Problem zu widmen und eine gute Lösung zu finden. Dafür vielen Dank an Kiss und Kiss Schweiz.
Hier geht die Gartenbahnsaison der gemächlicheren Jahreszeit entgegen. Fallobst und Laub machen es mühsamer, die Strecke freizuräumen. Auch werden die Tage kürzer und kühler. Deshalb ist auch die C-C nicht mehr so oft und lang unterwegs. Kaffeesatz-Prognose: Sie wird den Winter ohne weiteren Schaden überstehen.

Textredaktion: 2.11.15


top

Erfahrungen, Änderungen

Ausser dem oben beschriebenen Decodertausch wurden die Befestigungsausleger der Aufstiege zu den Führerständen und die Kurbelzapfen gekürzt.

Kurbelzapfen:
Länge der Kurbelzapfen in mm (aufgestecktes Distanzröhrchen):
innere Achse 6.8 (2.1) - mittlere Achse 7.3 (1.8) - Blindwelle 7.2 (1.6) - äussere Achse 7.0 (2.4)
29.8.2015: Die Kurbelzapfen der neuen mittleren Achse sind nun wieder ungekürzte 10 mm lang. Ohne die Gewinde nachschneiden zu müssen, könnten sie auf 8 mm gekürzt werden, was für die Montage der Aufstiegstreppen immer noch zu lang wäre. Bis die Lok definitiv saniert ist, verzichte ich auf das Kürzen. Gewindeschneider, die im Gewindeloch abbrechen, bedeuten jedesmal einen grossen Aufwand.

Aufstiege:
Die Ausleger wurden so gekürzt, dass die Lochbleche genau bündig mit der braunen Aussenwand (seitliche Aufstiege) bzw. dem schwarzen Chassis-Rahmen sind (Eckaufstiege).
Hinter den Eckaufstiegen wurden ausserdem die Schrauben mit dem niedrigen 1 mm-Hut verwendet (vgl. Bild).

Textredaktion: 29.8.15



top

9.8.14: Leicht gekürzte Treppenbefestigung. Trotzdem steht der linke Aufstieg noch unschön ab.
9.8.14: Die rechte Befestigung konnte stark gekürzt werden und macht optisch einen realistischeren Eindruck.
22.7.14: Aufstieg rechts mit der nach vorne versetzten Befestigungsbrücke
15.8.14: Die gekürzten Kurbelzapfen
15.8.14: ESU Basisplatine, auf welche mit Zwischenstücken auch ein Zimo MX695LV passt
15.8.14: Basisplatine mit aufgestecktem ESU LokSound XL V4.0
20.7.14: Triebwerk mit Aufstieg zum Führerstand
15.3.15: Getriebeschaden Seite I. Die C-C ist abgestellt.
15.3.15: Schaden auch am Getriebe II, an beiden Antrieben jeweils nur in einer Fahrtrichtung
7.8.15: Zustand Ritzel Seite I nach wenigen Betriebsstunden. Abnützung im Gegensatz zum Schadensbild vom März an beiden Zahnflanken.
26.8.15: Der Zustand des Ritzels Seite I hat sich nach vielen weiteren Betriebsstunden kaum verschlechtert.
26.8.15: Das Ritzel auf Seite II zeigt, wie schon im März, geringere Abnützung.
26.8.15: Die Achslagerbuchsen der inneren Achse Seite I fallen von selbst aus dem Drehgestell. Die Achse taumelt deshalb sehr stark. Die Triebstangen verbiegen sich.
Je zwei weiche Unterlegscheiben zwischen Radscheibe und Federpaket verhindern das Seitenspiel, und die Lagerbuchsen können nicht mehr herausrutschen.
Unklar bleibt, ob die taumelnde Achse zur neuerlichen Abnützung des Ritzels beitrug.
7.8.15: Weitere kleine Schäden durch den Achseinbau:
- Beschädigtes Gewinde. (Vgl. Bild oben, rechts unten. Ich musste ein neues Gewinde herstellen und einpressen)
- Verlorene, beschädigte oder abgefallene Apparate auf den Achslagern.
26.8.15: Rechts ein selbst hergestellter Apparat aus Kunststoff als behelfsmässiger Ersatz für das verlorene Stück. Links ein wieder montierter Apparat (mit überschüssigem Klebstoff von mir :-( ). In einem Fall waren die Beinchen abgebrochen (vgl. Bild links) und die Montagelöcher natürlich mit den Beinchenresten gefüllt.
1.11.15: Der Zustand des Zahnrads auf Seite II hat sich nicht verschlechtert.
1.11.15: Auf dem Putzlappen bleiben Messingspäne vom Zahnrad Seite I hängen, sowohl von den Zahnzwischenräumen als auch von den Seitenflächen.
1.11.15: Optisch hat sich der Zustand auf Seite I in einer Drehrichtung verschlechtert (Zähne rechts auf dem Bild). Vgl. mit dem Bild vom 26.8.15, Zähne links auf dem Bild.


Messingmodell der G 2 x 2/2 Scaletta


Bilder


Chronologie, Erfahrungen

Aktuellste Nachricht
24.11.15: Ich hole die Scaletta bei meinem Händler ab.
Das Modell ist unglaublich präzis und detailliert gefertigt. Der erste optische Eindruck nach dem Auspacken ist umwerfend. Ich entdecke keine Unzulänglichkeit.
Auf dem Rollenprüfstand ist ein leichtes Taumeln zu beobachten. Ansonsten sind die Laufeigenschaften tadellos. Der Kamin kann ordentlich Rauch ausstossen. Der Sound ist mangels Vorbild schwierig zu beurteilen, tönt aber angenehm, mit harten Dampfschlägen. Mit einer einzigen Taste löst man mehrere unterschiedliche Lokpfeifen-Melodien aus. Den Sinn dieses Pfeifkonzertes durchschaue ich noch nicht. Unnötige deutsche Dampfromantik kann man mit dem Umschalten auf zwei roten Schlusslichter je Seite heraufbeschwören. Auch das pechschwarz gekleidete Lokpersonal wurde, den Mützen nach zu urteilen, in Deutschland rekrutiert.
27.11.15: Erste ausgiebige Probefahrt im Freien. Erst mal mit Erleichterung festgestellt: Keine elektrischen Störungen mit dem ESU-Decoder wie beim Krokodil!
Jede R3-Weiche, jede R3-Kurve durchfährt die Scaletta vor- und rückwärts problemlos. Die Lok stellt sich nach jeder Kurvenfahrt schnell wieder gerade, trotz des riesigen vorderen Überhangs.
Die obere Funzel irrlichtert im Dunkeln in den S-Kurven heftig zwischen den unteren Lampen herum. Das ist zwar nicht schön, aber mit den engen R3-Radien unvermeidlich.
Zur Mallet passen haargenau die BRAWA-Wagen mit den dreistelligen RhB-Nummern. Leider gibt es keinen Gepäckwagen aus der Serie 501 - 524 oder historische Güterwagen K 601 ff, L 101 ff zu kaufen. Solche Wagen würden bei mir jetzt Absatz finden.
28.11.15: Es treten nun doch Störungen beim Schalten von Weichen auf, sobald die Lok in die Nähe des betreffenden Weichendecoders kommt.

Textredaktion: 30.11.15



top

24.11.15: Die Mallet nach dem Auspacken. Das Messingmodell übertrumpft an Detailreichtum die hervorragend detaillierte BRAWA G 4/5.
27.11.15: Erste Probefahrt und Fototermin im Freien
27.11.15: Voll R3-tauglich, so aber wegen der oberen Lampe nicht sehr fotogen
28.11.15: Leichte Schneeräumung wie in alten Zeiten
28.11.15: Ausfahrt aus der Station Susch
29.11.15: Das deutsche Lokpersonal wurde mit Kleinschleifer und Pinsel unbürokratisch eingebürgert.

Video – Schneeräumung


28.11.15: Schneeräumung wie in alten Zeiten
62.3 MB, Spieldauer 40 sec

top / Modell / home

Letzte Aktualisierung: 29.11.2015